Er ist ein aufgeweckter, ziemlich lebhafter, wachsamer und kinderliebender
Hund, der sich auf Grund seiner praktischen Größe (Rüden
40 bis 48 cm Schulterhöhe, Hündinnen 38 bis 46 cm) und
einem Gewicht von 8 bis 15 kg auch in der Stadtwohnung halten läßt,
vorausgesetzt er hat regelmäßig genügend Auslauf
und Bewegung.
Der Pyrenäen-Schäferhund will beschäftigt werden, eignet
sich hervorragend für viele Bereiche des Hundesports und ist besonders
erfolgreich in Agility.
Der Pyrenäen-Schäferhund wird in zwei Rassen gezüchtet:
Poil long (Langhaar und Halblanghaar)
langes und halblanges Haar, die Augen bleiben durch das von vorne nach
hinten fallende Haar immer sichtbar.
Mehr als 90 % der Pyrenäen-Schäferhunde gehören dieser
Varietät an.
Face rase (kürzer behaart)
deutlich kürzer behaart, vor allem an der Schnauze und den Beinen.
Diese Varietät ist auch in Frankreich sehr selten und man findet
nur wenig typvolle Hunde. Schulterhöhe von 40 cm bis 54 cm. Dieser
Hund ist ruhiger und führiger als der langhaarige Schäferhund
und Fremden gegenüber weniger mißtraurisch. Dennoch strahlt
er viel Übermut und Energie aus.
Die häufigsten Farben sind fauve (alle Tönungen von
weizenfarbig, oft mit schwarzen Haarspitzen), grau-fauve und
grau, seltener sind grau-schwarz-gescheckte (Harlekine), schwarze
und schwarz mit weiß gefleckte Hunde. Die weiße Farbe
ist nicht erlaubt.
Der Kopf besticht durch seinen listigen, aufgeweckten Ausdruck, die Ohren
wurden in Frankreich bis vor kurzem traditionell kupiert, im deutschsprachigen
Raum sind sie zumeist naturbelassen und werden im Idealfall teilweise
aufgerichtet getragen.
FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (F.C.I)
Standard FCI N° 141 / 06.02.2002 / D
LANGHAARIGER PYRENÄENSCHÄFERHUND
(Berger des Pyrénées à poil long)
URSPRUNG: Frankreich
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS: 13.03.2001
VERWENDUNG: Hütehund auf den Bauernhöfen und Weiden der Pyrenäen.
KLASSIFIKATION F.C.I.:
Gruppe I : Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 : Schäferhunde
Mit Arbeitsprüfung
KURZER HISTORISCHER ABRISS:
Von bescheidener Herkunft, bleibt der langhaarige Pyrenäenschäferhund
bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in der offiziellen Kynologie
so gut wie unbekannt. Sein Typ variiert von einem Tal zum anderen
beträchtlich, seine Gestalt und sein Haarkleid sind sehr
unterschiedlich, sein Verhalten und sein Charakter sind jedoch überall
gleich. Der erste Rassestandard wurde in den Jahren 1921 bis
1925 erstellt; er hat sich seither recht wenig geändert.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Ein Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht
ein Maximum an Lebhaftigkeit ausstrahlt.
Sein stets wachsamer Gesichtsausdruck und seine pfiffige, mißtrauische
Miene verbunden mit seiner impulsiven Bewegungsfreude prägen das
charakteristische, einzigartige Auftreten dieses Hundes.
WICHTIGE PROPORTIONEN:
· Der Schädel ist beinahe ebenso lang wie breit.
·
Der Fang ist kürzer als der Schädel im Verhältnis
1/3 zu 2/3.
·
Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe.
·
Die Entfernung des Ellenbogens vom Boden übertrifft
die Hälfte der Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Ein kleiner, mutiger Hund, schlau, zur Initiative fähig,
seinem Herrn vollkommen ergeben. Er ist eigensinnig und benötigt
im Allgemeinen eine feste Hand, um seine Energie in die richtigen
Bahnen zu lenken und das Beste aus seiner Intelligenz und Lebhaftigkeit
zu machen. Fremden gegenüber verhält er sich oft mißtrauisch.
KOPF:
Insgesamt gesehen dreieckig.
OBERKOPF:
Schädel:
Mäßig entwickelt, fast flach, mit leicht ausgeprägter
Stirnfurche; zu den Seiten hin ist er harmonisch abgerundet, der Hinterhauptstachel
ist wenig betont. Er ist fast ebenso lang wie breit. Sein vorderer Teil
verläuft in sanfter Neigung zum Fang.
Stop:
Wenig sichtbar.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz.
Fang:
Gerade, etwas kürzer als der Oberkopf. Er verjüngt sich keilförmig,
ist jedoch nicht zugespitzt.
Lefzen:
Wenig dick; sie bedecken den Unterkiefer vollständig, der Lefzenwinkel
ist nicht sichtbar.
Ihre Ränder und der Gaumen sind schwarz oder kräftig schwarz
markiert.
Kiefer / Zähne:
Das Gebiß soll vollständig sein. Fangzähne stark, die
Schneidezähne haben Scherenschluß (die obere Schneidezahnreihe
bedeckt ohne Zwischenraum die untere); Zangengebiß (die Kanten
der oberen und unteren Schneidezähne stehen aufeinander) ist zulässig.
Augen:
Ausdrucksvoll, leicht mandelförmig, dunkelbraun; weder vorstehend
noch zu tiefliegend. Bei Hunden mit harlekinfarbenem oder schiefergrauem
Haar sind Wechselaugen zulässig und fast immer charakteristisch.
Die Lidränder sind - unabhängig von der Fellfarbe - schwarz.
Ohren:
Ziemlich kurz, am Ansatz mäßig breit; sie
sind weder zu dicht beieinander noch zu weit voneinander oben
auf dem Schädel angesetzt. Üblicherweise kupiert. Beim
unkupierten Ohr soll der untere Teil der Ohrmuschel aufgerichtet
und beweglich sein, das obere Drittel oder die Hälfte soll
im Idealfall nach vorn oder zur Seite kippen, wobei beide Ohren
symetrisch sein sollen.
HALS:
Eher lang, genügend bemuskelt, gut von den Schultern
abgesetzt.
KÖRPER:
Der Knochenbau ist kräftig, jedoch nicht schwer;
trockene Bemuskelung.
Oberlinie: Fest.
Widerrist: Gut ausgeprägt.
Rücken: Ziemlich lang, kräftig.
Lende:
Kurz, leicht gewölbt; die Wölbung erscheint
stärker ausgeprägt, da die Behaarung über der
Hinterhand und auf der Kruppe häufig reichlicher ist.
Kruppe: Eher kurz, ziemlich schräg gelagert.
Brust: Mittelmäßig entwickelt, bis
zu den Ellenbogen herabreichend; an den Seiten leicht gewölbt.
Flanke: Nicht tief.
RUTE:
Gut befedert, nicht sehr lang, eher tief angesetzt ,
an der Spitze einen Haken bildend. In der Aufmerksamkeit soll
die Rute kaum oberhalb der Rückenlinie getragen werden.
Viele Exemplare sind kupiert; einige haben eine angeborene Stummelrute.
GLIEDMASSEN:
VORDERHAND: Gerade, trocken, sehnig, gut befedert.
Schulter: Schulterblatt genügend lang, mäßig
schräg gelagert.
Oberarm: Schräg gelagert, mittellang.
Unterarm: Gerade.
Vorderfußwurzel: Das Gelenk ist gut
markiert.
Vordermittelfuß: Leicht schräggestellt
Pfote:
Trocken, ziemlich flach, deutlich oval; dunkle Ballen.
Nägel klein und hart, von Haar bedeckt, das sich auch
unter der Pfote zwischen den Ballen findet.
HINTERHAND: Ziemlich geschlossene Winkelungen.
Bei Hunden mit halblangem Haar sind die Läufe frei von Befederungen.
Oberschenkel: Nicht sehr lang, mäßig
schräg, muskulös, "muskelbepackt".
Kniegelenk: Gut gewinkelt , parallel zur
Körperachse gelagert.
Unterschenkel: Ziemlich lang, schräg
gestellt.
Sprunggelenk: Trocken, tief gestellt, gut
gewinkelt; gelegentlich etwas enghessig stehend.
Hintermittelfuß: Senkrecht oder sehr
leicht schräg nach vorn gestellt.
Pfote:
Tocken, ziemlich flach, deutlich oval. Dunkle Ballen.
Nägel klein und hart, von Haar bedeckt, das sich auch
unter den Pfoten zwischen den Ballen findet.
Afterkrallen: Können an den Hinterläufen
einfach oder doppelt vorhanden sein oder fehlen.
GANGWERK / BEWEGUNG:
Im Schritt ist die Bewegung des Pyrenäen-Schäferhundes
ziemlich verkürzt. Der Trab, seine bevorzugte Gangart, soll
frei und kraftvoll sein. Im langsamen Trab wird der Kopf etwas
angehoben, im verlängerten Trab wird er auf Höhe der
Rückenlinie getragen. Die Pfoten werden niemals stark angehoben,
die Bewegungen sind fließend, wobei die Pfoten dicht über
den Boden gleiten.
HAUT: Fein; unabhängig von der Fellfarbe
oft mit dunklen Flecken marmoriert.
HAARKLEID:
HAAR:
Lang oder mittellang, jedoch stets dicht, fast flach
oder leicht gewellt; dichter und wolliger über der Kruppe
und auf den Schenkeln; in seiner Textur ein Mittelding zwischen
Ziegenhaar und Schafwolle. Die Mischung aus trockenem und wolligem
Haar bildet bei manchen Hunden Zotten oder Schnüre, auch "Cadenetten" genannt,
oder manchmal Platten, die schuppen- oder dachziegelartig die
Kruppe und die Schenkel bedecken. "Cadenetten" finden
sich sogar an der Brust und an der Vorderhand in Höhe der
Ellenbogen.
Das Haar am Fang ist kürzer und weniger dicht. Am Ende des Fanges,
manchmal auch am ganzen Fang, liegt das Haar an und hat die Wuchsrichtung
von vorn nach hinten.
An den Seiten und den Wangen ist das Haar länger und erscheint wie
wie durch einen Windstoß von vorn zurückgeweht. Die Augen
müssen gut sichtbar sein, ohne von Haar bedeckt zu werden.
FARBE:
Mehr oder weniger dunkles Fauve mit oder ohne Beimischung
schwarzer Haare und gelegentlich etwas Weiß an Brust und
Gliedmaßen; mehr oder weniger intensives Grau, oft mit
Weiß an Kopf, Brust und Gliedmaßen; Harlekin (d.h.
mit Schwarz gesprenkeltes Blau). Ebenso kommen die Farben Gestromt,
Schwarze und Schwarz mit weißen Flecken vor. Die reinen
Farben werden bevorzugt.
GRÖSSE:
Rüden: von 40 bis 48 cm, Hündinnen: von 38
bis 46 cm.
Eine Toleranz von bis zu 2 cm ist bei vollkommen typischen Hunden zulässig.
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis
zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Allgemeines Erscheinungsbild: Schwerfälliger
Hund ohne Lebhaftigkeit; plumpe Muskulatur; Mangel an Ausdruck.
Kopf: Spitzbogiger Schädel, gewölbte
Stirn, Stop zu stark betont oder nicht vorhanden.
Fang: quadratisch oder rechteckig, Pigmentmangel
an Nasenschwamm oder Lefzen.
Augen: Hell oder mit scheuem Ausdruck. Lidränder
depigmentiert.
Ohren: Dick, schwer, flach an den Kopfseiten
herabhängend, asymetrisch getragen.
Hals: Dick oder zu schwach, so kurz, daß der
Kopf direkt auf den Schultern sitzt.
Körper: Rücken eingesenkt oder
gewölbt, überbaut, Bauch windhundartig aufgezogen
oder hängend.
Schwerer quadratischer Körperbau; Oberlinie ganz waagerecht; Karpfenrücken;
flache Kruppe.
Rute: Fehlender Haken an der Spitze.
Vorderhand: doppelte Daumenkrallen; fehlerhafter
Stand.
Schulterblatt: Zu steil gelagert oder zu
kurz.
Hinterhand: Zu offene Winkelung der Sprunggelenke;
fehlerhafter Stand.
Pfoten: Dick; Katzenpfoten; lange oder weiße
Nägel.
Haar: Übermäßig viel Haar
am Kopf, vor allem, wenn es die Augen bedeckt und am Fang
einen griffonähnlichen Schnauzbart. Schlechte Textur,
weiches oder drahtiges, gelocktes oder sich kräuslendes
Haar. Haarkleid, dem es an Dichte oder Stärke fehlt.
Farbe: Weißscheckung in mehr als einem
Drittel der Behaarung. Harlekinfarbenes Haar mit mangelndem
Kontrast zwischen dem Grau und dem Schwarz oder mit fauvefarbenem
Anflug. Sehr verwaschene Harfarbe. Schwarz mit lohfarbenen
Abzeichen an Kopf und Gliedmaßen ("schwarz mit
fauvefarbenen Abzeichen ").
Gangwerk / Bewegung: Kurzer oder steppender
Trab; "Hackney"-Bewegung.
SCHWERE FEHLER:
Ohren: Natürliche Stehohren.
Rute: Über den Rücken gebogen oder eingerollt.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Farbe: Weißes Fell oder sonstige nicht im Standard genannte
Farbe.
Nasenschwamm: Jede andere Farbe als vollkommen
schwarz.
Kiefer: Rückbiß oder Vorbiß oder
jegliche Kiefermißbildung.
Augen: Glasaugen bei Hunden, die nicht harlekinfarben
noch schiefergrau sind. Rosa Augenlider. Hellgelbe Augen.
Größe: Über- oder unterhalb
der Größengrenzen.
Nachsatz: Rüden müssen zwei offensichtlich normal
entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack
befinden.
FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (F.C.I)
Standard FCI N° 138 / 06.02.2002 / D
PYRENÄENSCHÄFERHUND MIT KURZHAARIGEM GESICHT
(Berger des Pyrénées à face rase)
URSPRUNG: Frankreich
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS: 13.03.2001
VERWENDUNG: Schäferhund.
KLASSIFIKATION F.C.I.: Gruppe I : Hüte- und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 : Schäferhunde
Mit Arbeitsprüfung
KURZER HISTORISCHER ABRISS:
Diese Varietät des Pyrenäen-Schäferhundes
existierte vornehmlich im Vorgebirge der Pyrenäen, wo sie,
wie Bernard Sénac-Lagrange im Jahrbuch von 1927 schreibt "von
den Viehhändlern und Viehtreibern sehr geschätzt wurde".
Seine besonderen Merkmale, die sie von den anderen Typen der Pyrenäen-Schäferhunde
unterscheiden, führten zu einem seit den 1920er Jahren bestehenden
Anhang im Standard der Rasse.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
In seiner Gesamterscheinung besitzt der Pyrenäenschäferhund
mit kurzhaarigem Gesicht die gleichen Merkmale wie der langhaarige
Pyrenäenschäferhund.
WICHTIGE PROPORTIONEN:
· Der Schädel ist beinahe ebenso breit wie
lang.
·
Der Fang ist ein wenig kürzer als der Schädel,
aber länger als der des langhaarigen oder mittellanghaarigen
Pyrenäenschäferhundes.
·
Die Länge des Körpers entspricht annähernd
seiner Höhe.
·
Die Entfernung des Ellenbogens vom Boden übertrifft
die Hälfte der Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Dieser Hund ist lebhaft, führig, manchmal mißtrauisch
Fremden gegenüber.
KOPF:
Von kurzen, feinen Haaren bedeckt (daher die Bezeichnung "mit
kurzhaarigem Gesicht"). Der Fang ist ein wenig länger
als der des langhaarigen oder des mittellanghaarigen Pyrenäenschäferhundes.
KÖRPER:
Ein wenig kürzer als der des langhaarigen Pyrenäenschäferhundes;
er hat annähernd quadratisches Format.
GLIEDMASSEN:
Glatthaarig mit leichter Befransung an den Vorderläufen
und Hosen an den Hinterläufen. Die Pfoten sind sowohl geschlossener
als auch stärker gewölbt als die des langhaarigen Pyrenäenschäferhundes.
Die Winkelungen in dieser Varietät sind offener.
HAARKLEID:
Auf dem Körper ist das Haar halblang oder kürzerAm
längsten ist es am Hals und am Widerrist (6 - 7 cm) und
auf der Mittellinie des Rückens (4 - 5 cm).
GANGWERK / BEWEGUNG:
In der Bewegung hat der Pyrenäenschäferhund
mit kurzhaarigem Gesicht einen geringeren Raumgriff als der langhaarige.
GRÖSSE: Rüden: von 40 bis 54 cm,
Hündinnen: 40 bis 52 cm
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis
zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Die Fehler und ausschließenden Fehler entsprechen denen der langhaarigen
Varietät mit Ausnahme der das Haarkleid und die Proportionen betreffenden.
Nachsatz: Rüden müssen zwei offensichtlich normal
entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack
befinden.
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